Thermisch-rekuperative Nachverbrennungsanlagen (TNV)
Thermisch-rekuperative Nachverbrennungsanlagen (TNV) dienen der Behandlung schadstoffbelasteter Abluftströme aus industriellen Prozessen. Insbesondere bei thermischen Verfahren entstehen flüchtige organische Verbindungen (VOC), die vor der Emission in die Umwelt gemäß geltender Vorschriften oxidativ abgebaut werden müssen.
Die Anlagen sind prozessspezifisch ausgelegt und gewährleisten eine optimale Integration in bestehende Produktionssysteme. Durch die abgestimmte Kopplung von Produktionsanlage und Abluftreinigung wird ein stabiler und effizienter Betrieb sichergestellt.
Ein zentrales Merkmal ist die energetische Nutzung der bei der Oxidation entstehenden Wärme. Mittels rekuperativer Wärmerückgewinnung wird die thermische Energie zur Beheizung vorgelagerter oder nachgelagerter Prozessschritte eingesetzt. Je nach Anwendungsfall kann so ein hoher Rückgewinnungsgrad erreicht werden, was zu einer signifikanten Reduktion des Primärenergiebedarfs führt.
Gasbeheizte Systeme entsprechen dem aktuellen Stand der Technik. Die eingesetzten Brennersysteme sind für den Betrieb mit unterschiedlichen Gasqualitäten ausgelegt und ermöglichen perspektivisch auch den Einsatz von Wasserstoff bis hin zu einem Anteil von 100 %.
Ergänzend hierzu steht eine elektrisch beheizte Variante der thermischen Nachverbrennungsanlage zur Verfügung, die insbesondere im Kontext einer zunehmenden Elektrifizierung industrieller Prozesse und der Nutzung regenerativer Energiequellen an Bedeutung gewinnt.